Die Idee eines Zukünfteglossars entstand auf dem Treffen des deutschen Zukünftenetzwerks in Schweinfurt im September 2024. Lilly Herde, Ariane Steuber, Alexander Plé, Stefan Bergheim und andere wünschten sich mehr Klarheit zu wichtigen englischen Begriffen im Zukünftefeld und zu den passenden deutschen Wörtern. Dieser Bedarf war bei der Moderation von Zukünfteprozessen, in ihrer Forschung, auf Konferenzbesuchen und im Zukünfte-Lektürekreis sichtbar geworden. Und sie erklärten sich bereit, Zeit in das Glossar zu investieren. Kurz danach stießen Sandra Schwarzmann und Angelika Neudecker zum Projektteam.
Ausgewählt wurden zunächst Begriffe, die oft verwendet werden und denen ein Teammitglied nachgehen wollte: Annahme, Imagination, Komplexität, Resilienz, Unsicherheit, Verantwortung und Wahrscheinlichkeit. Andere, ebenfalls wichtige Begriffe wurden zunächst zurückgestellt: Antizipation, Vorausschau, Zeit, Emergenz.
Niemand aus dem Team hatte bereits an einem Glossarprojekt mitgearbeitet. Hilfreich war zum Beispiel die ISO 704 Terminologiearbeit – Grundsätze und Methoden, wo u.a. zentrale Vorgaben wie Mononymie (nur einzelne Wörter werden bearbeitet, also nur Vorausschau und nicht strategische Vorausschau) und Monosemie (ein Wort hat nur eine Bedeutung) beschrieben sind. Auch wurden andere Glossarprojekte gesichtet.
Ende 2024 stellte sich heraus, dass es in anderen Sprachen ähnliche Bedarfe gibt. So stießen zunächst Reza Dehnavi für Farsi, Mariagrazia Berardi und Nicoletta Boldrini für Italienisch, Chloé Momas für Französisch, Priscila Grison für Portugiesisch, und etwas später noch Martyna Mroczka für Polnisch und Mehmet Uymaz für Türkisch zum Team. Es folgten Paula Schönach für Finnisch, Stephanie Boustany für Arabisch und Irianna Lianaki Dedouli für Griechisch. Forschende für Chinesisch, Urdu, Ungarisch, Schwedisch und Spanisch waren bei einzelnen Treffen dabei.
Ab Anfang 2025 traf sich das Team nach und nach zu jedem Begriff und diskutierte den ersten Textentwurf des jeweiligen Terminologen bzw. der Terminologin. Das waren quer über Sprachen, Kulturen und Disziplinen sehr lebhafte und bereichernde Treffen. Englisch war die gemeinsame Arbeitssprache. Ende 2025 folgte ein Treffen zur Konsistenz der Einträge quer über die zu dem Zeitpunkt neun Begriffe, die in Bearbeitung waren.
Entscheidende Impulse kamen seit Ende 2024 von Christa Fraser, die großen Wert auf akademische Stringenz, korrektes, einheitliches Zitieren und gut verständliches Englisch legte. Sie führte ins Literaturverwaltungsprogramm Zotero ein, schlug das Zitieren entlang des Systems der American Psychological Association APA vor und entwickelte mit dem Team weitere Regeln für Stil, Textlänge und Sprache. Ihre Impulse passten gut zur Energie der Terminologen, den verschiedenen Begriffen wirklich auf den Grund zu gehen. Später redigierte sie alle englischen Einträge und ist Mitherausgeberin.
Für die Glossare in den lokalen Sprachen sind die jeweiligen lokalen Expertinnen und Experten verantwortlich. Jede lokale Version eines Eintrags ist nicht einfach eine Übersetzung, sondern berücksichtigt die lokalen Begriffe, Kulturen, Interpretationen, Praktiken und Quellen. Das ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Die englischen Einträge dienen als Orientierung, und alle Einträge zu einem Begriff sollen quer über die Sprachen konsistent sein.
Das Glossarprojekt begann als Lernreise für die beteiligten Personen. Im Frühjahr 2025 kam die Frage auf, ob die Erkenntnisse auch mit anderen Menschen geteilt werden sollten, ob sie also veröffentlicht und einer breiteren Diskussion geöffnet werden sollten. Jan Mühlig brachte die Idee eines frei zugänglichen und flexiblen Wikis ein und erklärte sich bereit dieses technisch bereitszustellen. Justyna Doherty hatte bereits mit dem Team zur bildlichen Darstellung der Begriffe und zu den Vorstellungen vom Gesamtprojekt gearbeitet, die im Übersichtstext auf der Startseite zu finden sind. Sie leitete ein Treffen zu einem passenden Logo und entwickelte dieses gemeinsam mit Heike Jane Zimmermann.
Das Zentrum für gesellschaftlichen Fortschritt, das bereits formal Gastgeber des Netzwerktreffens in Schweinfurt gewesen war, ist formal verantwortlich für die Inhalte des Glossars und bezahlte externe Dienstleister.