Zukünfteglossar

Das Zukünfteglossar ist eine mehrsprachige, gemeinschaftlich erarbeitete Zusammenstellung von Schlüsselbegriffen, die in der Arbeit mit Zukünften häufig verwendet werden. Die Einträge wurden in einem kollektiven Prozess erarbeitet, an dem über 20 Praktikerinnen, Wissenschaftlerinnen und Forschende aus unterschiedlichen Disziplinen und kulturellen Kontexten beteiligt sind. Im Prozess wurden Ähnlichkeiten und Unterschiede in der Bedeutung sichtbar, wenn Begriffe und Konzepte zwischen Sprachen, Kulturen und Praktiken übertragen werden. Jeder Eintrag im Glossar entstand aus der Zusammenführung verschiedener sprachlicher und interpretativer Perspektiven. Das Glossar ist somit nicht nur eine Zusammenstellung von Begriffen, sondern ein Raum zur Erforschung der Rolle der Sprache in der Auseinande…

Antizipation Demnächst Annahme Annahmen sind implizite oder explizite Ideen, die als selbstverständlich gelten. Als Bausteine der Modelle oder Rahmen, die Menschen bei der Betrachtung eines Themas heranziehen, beeinflussen sie unsere Wahrnehmung und das Handeln in der Gegenwart. Annahmen über die Zukunft werden üblicherweise als antizipatorische Annahmen bezeichnet. Diese Annahmen können imaginiert sein, auch wenn sie in den impliziten oder expliziten Vorstellungen der Vergangenheit und der Gegenwart verwurzelt sind. Sie sind wichtige Untersuchungsgegenstände im Zukünftefeld. Komplexität Demnächst Vorausschau Demnächst Imagination Demnächst Wahrscheinlichkeit Wahrscheinlichkeit ist ein zukünftiger Zustand, der zwischen den Extremen völliger Gewissheit und völliger Ungewissheit liegt: einer Zukunft, auf die die gesamten Ersparnisse gesetzt würden, und einer Zukunft, die als völlig unvorstellbar eingeschätzt wird. Dazwischen liegt eine Vielzahl von Möglichkeiten, von denen jede als wahrscheinliche Zukunft definiert werden kann − oftmals abhängig von einer statistischen Einschätzung, die auf ein quantifizierbares Ergebnis hindeutet, das mit einem gewissen Maß an Sicherheit berechnet, analysiert und vorhergesagt werden kann. Resilienz Resilienz ist die Fähigkeit von Individuen, Organisationen und Systemen, mit Veränderung und den daraus resultierenden nachteiligen Auswirkungen umzugehen. Diese Fähigkeit kann sowohl antizipatorische als auch responsive Prozesse beinhalten, durch die sie Wandel Bedeutung zuschreiben (sense-making) und ihre Funktionsfähigkeit beibehalten, wiederherstellen oder gänzlich neu aufbauen können. Diese Prozesse können die folgenden Dynamiken, oder eine Mischung daraus, umfassen: ein Standhalten, eine Absorption oder eine Modifikation des Wandels und seiner Auswirkungen; eine Anpassung an den Wandel u Verantwortung Verantwortung ist eine Haltung, die implizit oder explizit mit Zukunft zusammenhängt. Handlungen in der Gegenwart haben Konsequenzen in der Zukunft, die zu berücksichtigen sind. So haben Aussagen über Verantwortung immer einen Bezug zur Zukunft. Verantwortung kann beispielsweise gegenüber sich selbst, Bezugspersonen, Beteiligten oder Personen, die nicht im Raum sind, vorhanden sein. Jemand trägt die Verantwortung für etwas gegenüber jemandem oder etwas. Unsicherheit Unsicherheit ist eine unvermeidbare Eigenschaft komplexer, antizipatorischer, sozioökonomischer Systeme, die in der Arbeit mit Zukünften üblicherweise betrachtet werden. In unsicheren Kontexten kann man zukünftige Entwicklungen nicht vollständig kennen, vorhersehen oder kontrollieren. Unsicherheit wird daher oft als unangenehmer Zustand gesehen. Im Zukünftefeld liegt der Fokus eher darauf, dass sie eine notwendige Voraussetzung für Emergenz, Neues und Innovation ist. Der Umgang mit Unsicherheit erfordert besondere Kompetenzen und Methoden.